Blutegeltherapie - Tierheilpraxis Braun Freilassing

geprüfter Tierheilpraktiker (VDT)
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Behandlungen
Blutegeltherapie
Hirudo medicinalis - Der Medizinische Blutegel

Der Blutegel gehört zu der Familie der Ringelwürmer, zu der beispielsweise auch der Regenwurm gehört. Es gibt über 650 bekannte Unterarten von Egeln, in der Blutegeltherapie kommt jedoch nur der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) zum Einsatz. In der Natur leben Blutegel in sauberen Süßwasser von Seen, Teichen und Flüssen. Sie leben im Wasser, können aber auch am Boden kriechen. Die Egel besitzen über den ganzen Körper verteilt Rezeptoren, die zum Wahrnehmen des Wirtes benötigt werden. Durch Chemo- Mechano- und Thermorezeptoren riechen, schmecken und fühlen die Egel besonders gut und können so einen potenziellen Wirt orten. Zusätzlich besitzen die Egel 5 Augenpaare im Kopfbereich, mit denen sie jedoch nur Licht und Schatten wahrnehmen können. Jeweils ein Saugnapf am vorderen und hinteren Ende ermöglichen einen sicheren Halt während des Saugakts. Am vorderen Saugnapf befinden sich drei y-förmig angeordnete Kieferleisten, die jeweils mit ca. 80 scharfen Kalkzähnchen besetzt sind. Zwischen den Kalkzähnchen münden die Kanäle der Speichelzellen. Beim Biss werden die Zahnleisten mit sägenden Bewegungen in die Haut des Wirtes getrieben, dabei wird Speichel in die Wunde gegeben. Der Biss kitzelt nur ein wenig, vergleichbar mit einem Mückenstich. Es ist wahrscheinlich, aber noch umstritten ob der Egelspeichel ein Anästhetikum enthält, das verhindert, dass der Wirt beim Biss Schmerzen hat. Beim Saugen nimmt der Blutegel das 5 bis 10 fache seines Körpergewichts auf und gibt dabei ständig seinen Speichel in die Wunde ab. Dieser Vorgang ist ein wesentlicher Bestandteil des therapeutischen Effektes. Von einer Blutmahlzeit kann ein Egel eineinhalb Jahre zehren, verspürt aber bereits nach 6 Monaten wieder ein Hungergefühl.
Blutegel können bis zu 25 Jahre alt werden.
Blutverlust (kleiner Aderlass)
Bei der Blutegeltherapie werden dem Tier je nach Menge der angesetzten Egel zwischen 5 und 50 ml Blut "entnommen". Außerdem bluten die Wunden bis zu 10 Stunden nach, was zu weiterem Blutverlust führt. Durch die Reduzierung des Blutvolumens ziehen sich die Kapillaren zusammen und der Körper zieht Flüssigkeit aus dem Gewebe ab, um den Volumenverlust auszugleichen. Dadurch werden auch Schlackstoffe und Gifte aus dem Gewebe und besonders aus Entzündungsherden abgezogen und entsorgt. Außerdem ist der Körper nun angeregt neue rote Blutkörperchen zu bilden. Das hat eine "Verjüngung" des Blutes zur Folge. Die neuen roten Blutkörperchen sind jünger und dadurch leistungsfähiger. Durch diese Veränderungen des Blutes kann der Körper Entzündungen besser bekämpfen und der Heilungsprozess wird beschleunigt.
Blutegelspeichel
Der Blutegelspeichel ist ein Wirkstoffcocktail aus mehr als dreizehn hochwirksamen Komponenten. Alle Bestandteile der sogenannten Blutegelsaliva sind bisher noch nicht erforscht. Die wichtigsten Bestandteile sind jedoch Hirudin, Calin, Eglin und Hyaluronidase. Zusammen mit den zahlreichen anderen Wirkstoffen haben sie gerinnungshemmende, gefäßkrampflösende, lymphstrombeschleunigende und immunisierende Wirkung. Außerdem entfalten Bakterien, die am Saugapparat des Egels leben eine antibiotische Wirkung. Die Folgen des Blutegelspeichels sind also die Entzündungshemmung, die Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes sowie die Anregung des Stoffwechsels und des Immunsystems.
Anwendungsmöglichkeiten
Die Blutegeltherapie ist geeignet bei akuten Entzündungen, Skeletterkrankungen, degenerativen Erkrankungen, sowie Verschleißerkrankungen.
Zu den wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten gehören: Abszesse, Arthrosen, Blutergüsse, Ellenbogengelenks- und Hüftgelenkdsdysplasie, Gelenksentzündungen, Hufrehe, Hufrollenentzündung, Prellungen, Quetschungen, Sehnenerkrankungen, Spat, Wirbelsäulenerkrankungen.
Wie läuft eine Blutegelbehandlung ab?
Blutegel sind sehr geruchs- und geschmacksempfindlich, bei der Blutegelbehandlung dürfen deshalb keinerlei Duftstoffe im Fell des Tieres sein. Bitte verwenden Sie 2 - 3 Tage vor der Behandlung keine Salben, Tinkturen, Shampoos, Floh- oder Fliegensprays. Außerdem reagieren die Egel auf das Wetter. Bei schwül heißem oder extrem kalten Wetter ist es möglich, dass die Egel nicht beißen wollen. Während der Behandlung sollte eine ruhige Atmosphäre herrschen, im Pferdestall darf es nicht zugig sein.
Vor der Behandlung wird die Haut an den entsprechenden Stellen rasiert und mit einer sterilen Kanüle kurz angeritzt damit ein Blutstropfen austritt. Darauf wird der Egel gesetzt. Je nach Tier können bis zu 10 Blutegel angesetzt werden. Da man die Egel weder zum Beißen und Saugen zwingen kann und sie keinesfalls gewaltsam vom Tier lösen darf, kann die Therapie zwischen 1-3 Stunden dauern. Nicht alle Tiere tolerieren die Behandlung, bei unruhigen Pferden, die am Bein geegelt werden sollen, kann es vorkommen, dass die Therapie nicht erfolgreich ist, weil die Pferde die Egel immer wieder "abschütteln".
Die vom Egel verursachten Wunden müssen sauber bleiben und werden deshalb je nach Lage evtl. verbunden. An den Bissstellen kann es zu Rötungen und Juckreiz kommen, Jucken oder Belecken durch die Tiere ist unbedingt zu vermeiden. Die Nachblutung ist eine gewünschte Reaktion und kann zwischen 3 und 10 Stunden dauern.

Um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen, weise ich darauf hin, dass die Blutegelherapie wissenschaftlich umstritten ist und von der Lehrmedizin nicht anerkannt wird.
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